Nachdem unser organisierter Trip zu den Heißen Quellen am Donnersag wegen last-Minute Cancellation der anderen beiden TN ausgefallen ist, haben wir es heute endlich zu einem Canyon unweit der Quellen geschafft, dank deutscher Hilfe. Martina hatte uns gestern erzählt, dass der Sohn ihrer deutschen Herbergsmutter sie heute zu einem Hike bringen will, wo man auch baden kann und der landschaftlich sehr schön liegt, also sind wir spontan mit. Heute Morgen gab es Pancakes mit Ei zum Frühstück und wir sind 8:30 losgewandert zu Martinas Unterkunft 'Isla Verde', die unweit der Schule ist. Ich wollte mir eigentlich einen Smoothi mit Ziegenyoghurt to go mitnehmen, aber die umweltfreundliche Küchencheffin hat nur Gläser und keine Pappbecher. Das befürworte ich ja prinzipiell , was aber leider dazu führte, das Christian und Martina noch 10min warten mussten, bis ich mir den hintergekippt hatte.Christian war ein sehr angenehmer Reiseleiter, 29, in Bremen geboren und selber ein Kletter- und Boulder-Business in Boquete führend. Der ist im Alter von 8 Jahren mit seiner Mutter, seinem 1Jahr jüngeren Bruder und seinem Stiefvater 1 Jahr um die Welt gesegelt und dann in Panama hängen geblieben. Das Hotel bzw. Bungalow-Dörfchen seiner Mutter ist echt ein sauber gepflegtes und anspruchsvolles Unternehmen, aber man merkt ihm an, dass das hart erarbeitet ist und auch er da viel mit machen durfte. Als wir so durch die Landschaft fuhren, erzählte er von amerikanischen Großinvestoren, die einige Hektar Land gekauft und teuer hergerichtet hatten für eine Art community-living, dies aber nicht unterhalten und gepflegt haben und wo jetzt eine riesige Ödlandschaft liegt. So ging es wohl einigen mit großen Träumen von einem neuen Leben aber der völligen Unterschätzen der Arbeit und des Klimas uninteressant Vegetation hier. Auch sprach er recht kritisch über einige Stauseeprojekte, die die Panamische Regierung an ausländische Investoren vergeben hat zur Stromgewinnung und die zum sukzessiven Wasserabzug und damit Verödung ganzer Landstriche führt. Noch dazu, wo dieser Strom nicht für Panama selbst notwendig ist, sondern ins Nachbarland Costa Rica geliefert wird, wo Umweltgesetze einen derartigen Eingriff in die Natur verbieten. Arno und Christian haben gleich einen guten Draht gesponnen, hat Arno doch klettertechnisch auch einiges zu bieten. Bevor wir zum Canyon sind, hielt Christian noch an einer Art Dorfhalle, wo wir dahinter nach ca. 7min Fußmarsch zu Steinen mit indigenen Einritzungen/ Hieroglyphen kamen. Man, war das eine Hitze - als wir am Auto zurück waren, war ich schon einmal komplett nass geschwitzt.
Anschließend dann endlich zum Canyon und ab ins erfrischende Nass. Für die Leute hier ist das Wasser, was bestimmt 20*C hatte ja eher kalt. Martina hat auch nur ihre Füße reingehalten. Und selbst Arno hat sich zwischen den Sprüngen und Schwimmen in die wärmeren Pfützen auf den Felsen zum Aufwärmen gesetzt. Christian hat seine Slackline gespannt und ist mit ein paar Einheimischen und amerikanischen Freunden über den Fluss balanciert. Arno durfte auch mal. Gegen 13:00 zog ein Gewitter auf und der für die Regenzeit typische Nachmittagsregen brach aus - sintflutartig. Einer der einheimischen Jungs, mit dem ich zuvor ins Wasser gesprungen war,msprach sehr eindringlich auf mich ein, aber ich verstand ihn leider nicht, mutmaßte aber schon, er wollte noch Geld von mir. Christian klärte das Rätsel dann auf und meinte, der Junge war einfach besorgt um mich, weil er nicht wusste ob und wie wir heim kommen und weil der Canyon bei Regen wohl stark ansteigt. Wie nett!
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Als wir gg. 14:30 wieder zuhause waren, war die Hütte voll mit den Töchtern und Söhnen, nur Angel und Maria fehlten. Hier war die Straße noch trocken, aber kurze Zeit später goss es auch hier wie aus Eimern. Wir spielten dann halt mit Genesis, der 'Großen' noch Mau-Mau (ja, das haben wir ihr beigebracht) und Memory (das geht auch mit den Kleinen ganz gut) und aßen Nüsse. Arno verteilte dann 3 Tüten Haribo, als auch die anderen endlich aus ihrer Siesta erwacht waren, die ich glaube keine 30 min überlebt haben. Zum Abendbrot gab es wieder Hühnchen mit Reis, für mich noch Blumenkohl dazu, für Arno Nudeln und dann saßen wir plötzlich im Dunkeln - Stromausfall! Zum Glück hab ich ja eine gute petzl-stirnlampe, die das Esszimmer in ein angenehmes Licht kleidete und uns Schattenfiguren spielen ließ. Gegen 19:00 haben wir uns dann zurückgezogen und noch ein bisschen Hörbücher gehört und als wir 20:00 nochmal aufs Klo sind, kam auch das Licht wieder.
2. Lektion: Es gibt überall auf der Welt wunderbare Menschen und selbst in solchen, die auf den 1. Blick unsympathisch erscheinen schlummert ein feiner Kern.
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