Montag, 25. Januar 2016

Letzter Gruß aus Cuba

Fischi hat ein neues Wort gelernt: "Frio, frio", was uns die letzten 3 Tage begleitete. Und es ist dafür, dass wir in der Caribic sind, verdammt kalt. So langsam kommt aber die Sonne noch einmal raus und Aimee und Fischi sind heute wieder mit kurzer Hose aufgebrochen. Ich habe meinen Schattenplatz ( weil man dann das Display besser lesen kann) aber gerade wieder zugunsten des Sonnenplatzes aufgegeben...  es war einfach noch 'zu schattig'. Die Leute, die wir die letzen Tage trafen und die hier an den Strand gefahren sind, haben alle erzählt, daß der Strand überschwemmt, das Meer völlig aufgewühlt und voll hohe Wellen sind. Cuba hat halt auch Winter.
Wir haben die Höhle der Kuh, "Cueva de la vaca" allein erkundet und neben Frank aus Hartung auch ein Trio Amis kennengelernt, die sich mit ihren Fahrrädern über Mexiko und unter dem Vorwand der humanitären Hilfe hier her gebeamt haben. Die dürfen ja nicht direkt hierher reisen und auch ihre $$ nur gegen Strafzahlung von 10% tauschen und in keinem der Hotelressourts am Strand individuell absteigen, aber irgendwie schlagen sie sich hier durch. Die meisten, die wir bis jetzt getroffen haben, würden nicht noch einmal nach Cuba reisen, weil man als Tourist hier echt gemolken wird und ständig das Gefühl hat, verarscht zu werden. Wanderungen hier durch die Landschaft sollte man tunlichst mit einem Führer machen, der sich an 1 Tag das zahlen lässt, was ein Normal-Cubaner nicht in 2 Monaten verdient!! Die Wege werden auch ja nicht beschildert, dass die Touristen bloß nicht sich selbständig machen. In der Casa, wo wir jetzt die 3. Nacht sind, fühlen wir uns auch ganz schlecht, weil wir nicht die 100Cuc-Tour beim Bruder gebucht haben. Zur Ankunft wird man gleich gefragt, ob man auch zu Abend hier isst und was man will. Die Preise variieren zwar immer nur um die 2-5Cuc aber das halt in Abhängigkeit von der Ausgangslage und dem Verhandlungsgeschick, was man selbst an den Tag legt. So wurde uns die jetzige Casa von der vorherigen aus Las Terrazas gebucht und versprochen, wir haben die gleichen Konditionen (dort hatten wir für 40Cuc 1Zi mit 2 Doppelbetten und Frühstück, was uns auch über den Mittag gebracht hat, mit 4 gekochten Eiern - gut zum mitnehmen, 1 Omelett, was für 4 reichte, Brot, Obst und Smoothie zum Abwinken, Schinken, Butter und Käse - hier bekommen wir für 34Cuc nur Käse, Butter, Marmelade und Honig und einen Ananassaft, den man nicht trinken kann, ein Zi direkt an der Straße und durchgelegene Betten. Morgen wechseln in eine Casa weiter weg von der Hauptstraße, wo wir für harte Betten und Frühstück (wobei es bestimmt auch wieder Eier gibt) 32Cuc bezahlen, eine Tagestour für gerade mal 45Cuc angeboten bekamen, zwar ohne Ochsengespann und Tourihöhle, aber dafür wahrscheinlich wirklich individuell und uns einfach ein bisschen wohler fühlen. Auch der Obststand nebenan hat gestern für unsere handvoll Bananen, Ananas und Papaya Touripreise abgeknöpft und Fischi hat noch diskutiert, er möchte keinen Ausländerpreis haben, aber so sind sie halt. In Havanna kam uns eine Deutsche entgegen, die ihr Flugticket umbuchen und statt 8 Wochen schon nach 2 Wochen wieder nach Hause wollte, weil es so teuer ist. Als Pauschaltourist kommt man auf alle Fälle billiger, als als Individual-reisender. Das Land hat bestimmt schöne Ecken und hier und da trifft man auch herzliche ehrliche Leute, aber wenn man schon so oft verarscht wurde, ist man einfach nicht mehr offen dafür. Die Slowenen, die in Las Terrazas mit uns waren, meinten einfach, man muss sie mit ihren eigenen Waffen schlagen: die haben am Schlagbaum, der ins Dorf führte einfach gesagt, sie haben gestern schon bezahlt. Auf die Frage, wo ihr Ticket ist, erwiderten sie, sie bekamen Keins. Und siehe da, waren wir alle 6 drin für Umme!
Ja, Fischi zitiert gern den französischen Lottomillionär, den wir in Havanna kennengelernt haben: "Liebe Kuba, aber sei vorsichtig!"
Nun hoffen wir die verbleibenden 4 Tage noch ein bisschen Sonne tanken zu können, um dann Vitamin-D-gestählt in den deutschen Winter zurück kommen zu können.




Samstag, 23. Januar 2016

fischis Post

Der Tag auf der Terrasse.

Schon nachts fing es zu regnen an. Am Morgen sah es auch nicht besser aus. Pünklich 8.30 Uhr frühstückten wir reichlich: gekochte Eier, Omelett, Früchte, Käse, Wurst, Kaffee, Saft. Von diesem voluminösen Frühstück nahmen wir noch alle Reste für unser Mittagessen mit. Dann war Aimee mit Hausaufgaben dran und ich malte mit Arno Schmetterlinge und spielte Angry Birds. Es regnet weiter. Gegen Mittag verabschieden wir unsere slowenische Bekanntschaft, deren Ferien zu Ende gehen. Ich glaube, dass es kurz mal aufhörte zu regnen und sich für ca. 5 Minuten die Sonne zeigte. Jetzt hörte Arno das kleine Kanguruh und Aimee hatte langsam Hunger. Also legte ich die sozialistisch umgelagerten Essensachen für das Mittag bereit, was dann auch brüderlich und schwesterlich geteilt und verspeißt wurde. Aimee machte weiterhin mehr oder weniger Hausaufgaben und es regnete mehr oder weniger fleißig weiter. Jetzt gab es Kaffee, der aus Panama mitgebracht wurde und schon häufig schwarz, mit viel Zucker türkisch aufgebrüht eine günstige Alternative zum gekauften ist. Dieser wurde dann auch gleich von Arno vom Tisch gefegt, worauf alle wieder etwas zu tun hatten. Zwischendrin wurde ich von Anke dazu genötigt diesen Text zu verfassen.  Mittlerweile ist es 15.15 Uhr und es regnet.........  Aimee futtert den Zucker, der für den Kaffee gedacht ist und Arno popelt mein Ohrloch aus.




Heute sind wir das 1. Mal mit dem Tourismus gefahren und haben im Vergleich zum Taxi die Hälfte bezahlt, im avergleich zum Einheimischen-bus wahrscheinlich das 10-fache. Dafür hatten wir Aircon und ein Dach überm Köpf und jeder einen eigenen Platz 😊
Und wir werden auf unsere Rückkehr ins verschneite Dtl. Vorbereitet: 15^c, morgen sollen es bloß10 werden und nachts ziehen wir auch schon alles an, was wir haben. Gibt ja keine Heizung hier, geschweige denn ordentliche Bettdecken!!


Hier noch ein paar Bilder der Wochen zuvor:









Donnerstag, 14. Januar 2016

Cuba

Am Montag, dem 4.1. sind wir 18:15 nach 2,5 h Flug pünktlich und wohlbehalten in Havanna gelandet. Es mussten viele Papiere zur Emigration ausgefüllt werden und wir standen rel. lange am Kofferband, weil mein Rucksack recht spät kam. Wir haben uns dann durch den Schilderwald der abholenden Touri-Organisationen bewegt und gleich ein Taxi bekommen, weil Fischi sehr rigoros  das 1. Angebot von 30Cuc ablehnte und in Kennermanier 25 sagte. Wir fahren in einem HundAy, keinem Lada oder charmant bollerndern alten Dodge. Keine 30 min später waren wir am Che Guevara und Cienfuego Konterfei vorbei in unserer Casa Particular bei Roul gelandet. Der hatte mir per e-mail gesagt, wir sollen nicht am Flughafen tauschen, sondern erstmal ankommen, er zahlt das Taxi. Ich vermutete eigentlich, er will selbst mit uns tauschen, aber nein, er hat das nur gemacht, dass wir uns abends am Flughafen nicht noch nach Geld anstellen müssen. Sehr rücksichtsvoll und kundenorientiert, denn was nach Geld anstehen und keins bekommen bedeutet, sollen wir am Di erfahren. Ich bekomme aus keinem der 4 angesteuerten Automaten, noch am Bankschalter Geld. Fischi ist da mit der noch in letzter Minute zu Haus eingerichteten Dkb-Visa-karte erfolgreicher und schafft es zumindest in 2 Anläufen 800Cuc abzuheben für 24Cuc Gebühren. Der Kurs ist dem $ angeglichen und fast 1:1. Unsere Postbank-Karte funktioniert im Kommunismus leider gar nicht und ich stelle erst Zuhause im Gespräch mit Roul fest, daß meine zweite Kreditkarte ja von der Citibank ist, ein amerikanisches Unternehmen und somit dem gegenseitigen Embargo unterliegt. Also die kann ich gleich ganz weit weg packen! Ich habe dann noch in einem dieser großen Hotels am 'Parque Central' versucht, mich bei meiner Bank einzuloggen, was erstmal extrem langsam ging und dann auch erfolglos war, weil ich meine Login -Daten nicht zur Hand hatte. Wenn man einen Mindesttagessatz von 100Cuc für uns 4 zugrunde legt, müssen noch mind. 3x soviel Geld erstehen.
Unsere Casa ist unweit des Prado und der Festung in einer Nebenstraße 'Consulario', wo abends noch ein bisschen Party durch die Fenster klingt und wir morgens von den Rufen der fliegenden Händler geweckt werden. Wir haben für 50Cuc quasi eine ganze Wohnung für uns, mit 2 Schlafzimmern, 2 Bädern, Küche, Diele und Wohnzimmer. Leider ist der Ausblick im EG sehr begrenzt. Für 15 zusätzliche Cuc bekommen wir von Elisabeth, Rouls Schwester ein leckeres Frühstück serviert mit frischem Obst, Smoothi, Kaffee, Omelett, Brot und ein paar süßen Teilchen. Abendessen können wir in der Casa gegenüber - 15Cuc für 2 Portionen von denen 3 satt werden, da kann man eigentlich nicht meckern. Und wir frieren. In Havanna hat es durch den Küstenwind bzw. eine Kaltfront, eine angenehme Frische, dass Arno sogar seinen Flies anzieht, wir Mädels in langen Jeans rumrennen und selbst Fischi über sein Achselshirt noch ein T-Shirt zieht. Überhaupt hängen wir wohl klimabedingt am Dienstag alle ziemlich in den Seilen.
Mittwoch wandern wir den ca. 2km langen Malecon entlang bis zum Maffia-Hotel 'National'.
Es ist schon ein besonderes Gefühl, durch die bunten hohen teilweise makaber zerfallenen Häuser zu laufen, den Klang von einer 2-takter MZ oder das Röhren eines der alten amerikanischen Schlitten oder auch das Hufe-Klappern einer Pferdekutsche im Ohr. Die Menschen sind von ganz schwarz über zart-braun mit grünlichen Augen bis blond und hellhäutig eine bunte Mischung aus allen concuistadoren, die diese Caribicinsel zeitweise besetzten oder auf ihr ihre Piratenbeute lagerten. Ich stelle fest, dass nicht Kuba meine Kreditkarte blockiert sondern ich bei der Benutzung der vielen Karten 3x den falschen Pin eingegeben habe. Zum Glück kann ich das mit dem verbleibenden Internetguthaben online selbst korrigieren und auch Geld abheben. Das sollte für die 10 Tage Mietwagen reichen.
Donnerstag steht Havanna Viejo (die Altstadt) auf dem Programm. An diesem Abend gönnen wir uns noch einmal 2 Gerichte in der Casa gegenüber. Ich nehme Langusten für 10Cuc und die Kinder Fisch für 7Cuc. Leider gibt es keine Limonade für die Kinder, sondern nur Cola, was ich zu so vorgerückter Stünde nicht genehmige. Das angebotene Wasser ist abgekocht und im Kühlschrank gelagert und angeblich besser, als das Flaschenwasser. Ich zögere kurz, Petras Krankheitsverlauf im Hinterkopf, stimme dem Einschenken aber zu. Für mich gibt es ein Bukanero-Bier. Etwas später halber Haus-papa dann doch noch Limonaden aus der Dose organisiert, auf die sich Arno freudig stürzt, Aimee hat schon ein Glas Wasser hinter und leert auch noch das übrige von Arno. Es bleibt nicht folgenlos, sondern in dieser Nacht entleert sich unser großes Kind komplett und weiß zeitweise nicht, ob sie vor der Schüssel knien oder auf ihr sitzen soll. Sie ist auch die folgenden Tage bei ihrer Speisen- und vorallem Getränke-Wahl sehr vorsichtig! Den Arno erwischt es dann einen Abend später aber nur vorne raus.


Am Freitag, den 8.1. Nehmen wir bei Transgaviota unseren Mietwagen in Empfang, eine chinesische Limosine der Marke BYD. Es regnet in Strömen, als wir bei Roul einpacken und entsprechend sehen auch die Straßen aus: riesige Pfützen, um nicht zu sagen Seen und teilweise reißende Flüsse, die gar nicht mehr passierbar sind. Wir fahren nach Südosten - fernstes Ziel ist Baracoa. An diesem Freitag fahren wir aber nur bis Playa Giron, wo Roul uns schon am Vorabend bei Luis ein Zimmer reserviert hat, was wir allerdings nur inkl. 2 Frühstück und 2 Abendbrot (also Halbpension) für insgesamt 69Cuc bekommen. Das Nest ist ziemlich tot und direkt am Strand liegt ein zerstörtes ausgestorbenes Bungalow-Dörfchen. Wir wandern auf den Überresten einer Strandpromenade entlang und springen noch kurz ins Wasser, bevor es erneut regnet. Luis Portionen sind wirklich mehr als ausreichend für uns 4. Seine 2 jungen Kellner etwas überengagiert und -etikettiert (mit ihren Krawatten und den 8x Nachfragen, ob alles okay ist).
Samstag fahren wir am Castillo de Jagua vorbei nach Cienfuegos, dem Paris Kubas. Kurz vor der spanischen Festung passieren wir die Geisterstadt 'pueblo nucleo', wo der große sowjetische Bruder in den 80ern ein Kernkraftwerk begonnen hat zu bauen und auch schon zu 80% fertig hatte, es aber dann 89 wegen des Zusammenbruchs der Union hat stehen und liegen lassen. Überhaupt markiert der Rückzug der Russen den dramatischsten Einschnitt, den Kuba je erlebt hat.
Wir fahren in Cienfuegos gleich durch bis zum südlichsten Zipfel, dem Punta Gorda und lassen die Kinder kurz zu Wasser. Auch von hier kann man den Atommeiler auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht sehen. Weiter geht die Fahrt zur Laguna Guanaroca, wo wir schonmal abchecken,  wann die morgens öffnen und wo wir hier übernachten können. In der Lagune gibt es nämlich die rosa Flamingos, die wir uns mal ansehen wollen. Man schickt uns ein Stück weiter, in Restaurant/ Hotel 'Neo', kurz vor Rancho Luna, wo wir am Strand noch ein Bad nehmen.
Sonntagfrüh gibt es 7:30 Frühstück, dass wir 8:30 so ziemlich die ersten sind, die mit einem Paddelboot über die Lagune gefahren werden, die an der tiefsten Stelle vielleicht gerade 2,50m hat.
Weiter geht es nach Trinidad, der geschichts- und museumsträchtigsten Stadt Kubas. Die Anzahl an Touri-Strömen spricht Bände. Am Eis-Stand lernen wir Rolando oder Pico kennen, der 8 Jahre in Halle war und mit 2 Neckermann-Touris aus Bitterfeld unterwegs ist. Der erzählt uns gleich seine Geschichte und gibt uns noch ein paar Tips nebst Adressen für unsere Weiterfahrt. An diesem Abend fahren wir noch bis 'La Boca', dem ersten Ort auf der weiter süblich von Trinidad liegenden Sttandabschnitts. Wir finden bei Guillo und Viola eine 2-Zi-Wohnung mit Balkönchen und Ausstieg direkt zum Meer und versorgen uns das erste Mal selbst. Abends gibt's diesmal nix und zum Frühstück bereite ich die aus Panama mitgebrachte Pancakes-Mischung mit Obstsalat. Dazu muss man sagen, dass die fein sortierten kubanischen Geschäfte sehr an sozialistische Mangelverwaltung erinnern: es gibt jede Menge Rum, Tomaten in Dosen, buntes Pulver für Getränkemischung, Bonbons. Kekse gibt es nur selten und die Eistruhen, über denen immer leckere Bilder der erHäftlingen Eissorten hängen sind durchgängig leer und das mitten in der Caribic!
Montag fahren wir den Playa Ancon, den als schönsten Strand an der Südküste Kubas bezeichneten Strand entlang und halten mittendrin an einer einsamen Stelle für 2h. Wir schnorcheln durch die flache weißsandige Küste. Fischi ist gleich im Adamskostüm rein und hatte abends ein Paviankostüm. Arno hat die größte Korallenfestung ever gebaut und Aimee die letzten Unterwasserfotos mit ihrer Kamera geschossen (jetzt brummt sie nur noch). Eigentlich wollten wir an dem Tag noch bis Camagüey fahren, machen aber gg. 17:00 in dem 35km vorher gelegenen Florida Halt. Auf der Suche nach dem im Lonely Planet gelisteten Hotel finden wir die Casa von Acelia und Marco und Fischi handelt mal wieder in Kennermanier den Preis von eingangs 40Cuc auf 30 runter für 2 Zi mit je einem Bad und für 16 bekommen wir noch ein halbes Schwein auf Reis zum Abendessen und für 9 Frühstück, leider ohne Kaffee, aber das verringert die Pinkelpausen ungemein.
Dienstag nochmal einen Hammerritt bis Santiago de Cuba. In Camagüey fahren wir fotografierend durch und Mittag machen wir in einer Raststätte am Rand der Carretera Central. Das ist auch ein Erlebnis der besonderen Art, wie Cuba seine Touristen abzockt - Beschreibung gibt's später.
In Santiago kommen wir bei einem Kumpel von Pico unter, unweit der Casa, wo Fidel seine Revolution startete. Überhaupt ist Santiago die Hauptstadt der Kubanischen Revolution. Für uns geht sie als Stadt der MZ ins Reisetagebuch ein. Man meint durch Zschopau in seinen besten Zeiten zu wandern und dem Gründer der erzgebirgischen Motorenwerke würde das Herz übergehen, im Anblick der wie aus dem Ei gepellt hier durch die Straßen knatternden 250er, 150er, ES, 251...  darunter auch viele Javas und Ural-Gespanne. Ansonsten ist die Stadt überfüllt von Händlern und potentiellen Stadtführern, die einem alle etwas verkaufen wollen. Nach einem kurzen abgashaltigen Spaziergang zum Malecon und retour in die Stadt, schwingen wir uns am Mittwoch ins Auto und fahren weiter nach Baracoa, unserem süd-östlichsten Ziel auf der Insel.
Diese Fahrt führt durch recht abwechslungsreiche Landschaft, von Steppen entlang der steinigen wellenumtosten Küste, dem recht kurvigen Berge des Farol-Gebirges, in dem uns frische Bergluft durchs Autofenster weht.






Montag, 4. Januar 2016

Panama-Kanal

Ein letzter Post mit Bildern...  Heute geht es nach Kuba und wer weiß, ob wir dort trotz der über 20 eingerichteten Internetstellen im Land ins Internet kommen. Den Berichten zufolge muss man sich auch hier durch sozialistische Warteschlangen quälen.


Den Kanal haben wir nun von allen Seiten gesehen und auch alle 3 Schleusen. Ich muss gestehen, die Gatunschleuse an der Karibikseite fand ich am eindrucksvollsten und einsehbarsten. Diese ca. 6km von Colon entfernte Schleuse ist mit 5$ Eintritt auch weitaus billiger als die 15$ teure Miraflores Schleuse, wo sich unsere bayrischen Freunde auch montierten, dass sie sich im Vergleich zu den Einheimischen (die nur 5$ bezahlen) echt abgezockt fühlten. Wir verfuhren uns anfänglich und landeten in Gatun zuerst bei dem Überlaufbecken mit Besucherplattform, wo es von außen gesehen gar nichts zu sehen gab, aber der gleiche Eintrittspreis wie in Miraflores aufgerufen wird. Okay, es gibt ein Restaurant, was den Gatunsee überblickt, aber von der Schleuse sieht man hier nix.

Immerhin entdeckten wir unweit des Parkplatzes einen Waldweg, der momentan wohl primär von Baufahrzeugen zum Ausbau des Kanals genutzt wird. Hier sahen wir unseren ersten Ameisenbär auf einem Baum und spielende große blaue Schmetterlinge.



Zurück an der Schleuse sparten wir uns den Eintritt und machten unsere Bilder von draußen, was völlig ausreicht. Als wir ankamen, war die Straße, die hier den Kanal überbrückt gesperrt, weil ein großes Containerschiff gerade passierte. Hier ist die Stelle, wo die Schiffe am drastischsten angehoben bzw. in unserem Fall abgesenkt werden; 26m. Die Ozeanriesen werden mit Schleppern in die Schleuse bugsiert und dann von kleinen Zahnradlocks durchgezogen. Das dauert ca. 1h.
Nach dem Containerschiff lag ein fetter Kreuzfahrer, die 'Coral Princess' in der Schleuse, was nochmal imposanter war. Dieser 2.000-Betten-Kreuzer zahlt ja mit Abstand die höchsten Passage von 135$ pro Passagierbett für die ca. 10-stündige Kanaldurchfahrt. Beim Gesamtpreis für so eine Kreuzfahrt fällt das wahrscheinlich weniger ins Gewicht, ist aber um einiges teurer als z.B. Die Bahnfahrt von Panama nach Colon für 25$ in 1h. Allerdings berichteten uns ein dt. Pärchen, dass die Fahrt alles andere als interessant sei und von den versprochenen Dschungeleindrücken nicht viel bei Ihnen ankam. Auch vom Kanal bekommt man kaum etwas mit. Da waren wir mit unserer Mautgebühr von 2,30$ noch am günstigsten dabei und wir konnten vorallem anhalten und abfahren, wo wir wollten. Die Coral Princess fotografierten wir vom Busparkplatz etwas oberhalb des Besuchereingangs mit Blick auf den Gatunsee. Von hier aus führte eine Straße zum See, die uns noch einen netten Blick auf den See und die wartenden Schiffe gewährte. Auf dem Parkplatz für Mitarbeiter kamen uns sogar eine  Horde Nasenbären entgegen. Vorbei an den Auffangbecken bzw. der im Bau befindlichen Kanalerweierung zurück zu dem teuren Besucherzentrum haben also eine Runde gedreht.







An Silvester waren wir in einem deutsch bzw. Österreichisch geführten Hostal bei Silvia und Guido in Puerto Lindo. Leider wurde der tel. Vereinbarte Preis von 65$/ Nacht als wir die 15km in diese Sackgasse gefahren waren von der sichtlich gestressten Silvia vor Ort spontan um 10$ angehoben. Als wir ihr mitteilten, dass dies so nicht vereinbart war und ob sie uns dann noch ein Extra-Bett für Arno rein stellt wurde sie noch komischer und meinte urplötzlich, das Zimmer sei vergeben und sie sei an keiner Diskussion interessiert. Weil wir natürlich keinen Bock auf weiterreise und an Silvester noch Unterkunft suchen hatten, schluckten wir die Kröte und zahlten für die 3 Betten inkl. Eigenem Bad und Aircon 75$. Die primär deutschen anderen Gäste waren durchaus nett und gaben uns noch gute Tips für Kuba bzw. Erzählten von ihrem Community-living in Costa Rica. Fischi ist mit Arno gg. 22:00 gefrustet ins Bett (wenn es nach ihm gegangen wäre, wären wir auf dem Absatz umgedreht und weiter gefahren). Aimee und ich sind kurz vor 0:00 mit den Deutschen noch ins Dorf und haben die super rausgeputzt, primär schwarzen Einheimischen beäugt, die durch die Wege flanierten und Selfies machten. Aus den Häusern dröhnte Z.T. Laute Musik und unten am Anleger hatte einer sein Auto mit dröhnenden Lautsprechern und Lichtschlauch aufgebaut. Alles und mitgeschleppt,,selbst die Babies lagen rausgeputzt an Papas Schulter und schliefen.
Eine Tradition hier ist es wohl, Puppen auszustopfen und aufzustellen, die dann um Mitternacht angezündet werden. Davon standen zig an der Interamerikana auf unserem Weg nach Panama City.


Mit der Hosteltochter Manuela hat Arno sich prima verstanden. Die tat uns auf bissen leid - bei den Eltern!

Die Reste der spanischen Festung in Portobelo, 15km vor Puerto Lindo.

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Von Venao zur Kanalschleuse Pedro Miguel

Einen Tag vor Silvester will ich noch kurz einen Status von der Familienreise posten. Wir sind nun 10 Tage gemeinsam unterwegs, haben 1.500km auf den Tacho gespult, das Bergland von Boquete gesehen und die Pazifikküste. Unsere beiden Neulinge haben ihren ersten kapitalen Sonnenbrand davongetragen und Hostal-Erfahrung gesammelt. Fischi schwärmt vom nordeuropäischen Klima und dass er sich im nächsten Urlaub lieber wieder kurz in einen Fjord stürzt, als hier stundenlang im Pazifik zu wässern. Bei 30•C im Schatten schwitzt man halt immer, egal was man tut! Am Sonntag sind wir von Boquete auf die Azuero-Halbinsel gefahren an den Surferbeach bei Venao und haben dort im Hostal 'La Choza' eingecheckt. Um ein bisschen Abwechslung in die Reiseroute zu bringen, sind wir die westliche Straße nach Süden gefahren, die sich durch pittoreske Hügelketten, bergauf bergab schlängelt und am Ende in eine teilasphaltierte Straße endet. Da wir in Santiago noch einen ausgedehnten Imbiss-/Kaffeestop eingelegt haben, wurde es 19:30, eh wir ankamen. Im Dunkeln, Stockdunkeln war es dann schon schwierig, den Schlaglöchern auszuweichen und rechtzeitig vor Ende eines Asphaltstücks und Beginn des Offroad-Teils abzubremsen. Kraftfahrer Fischi hat das aber souverän gemeistert.



Am Montag haben wir dann mehr oder weniger faul abgehangen. Nach einem fruchtigen Frühstück der aus Boquete mitgebrachten Ananas, Papaya und Melone (weil vor Ort im Israelisch geführten Laden nebenan der 2-3-fache Preis aufgerufen wird). Überhaupt sind die meisten Hotels bzw. Hostals hier in Israelischer Hand und ich erinnere mich, als wir in La Fortuna (Bergland von Costa Rica) waren, trafen wir auch 2 Israelitas, die am Freitag zu dem typ. jüdischen Freitagsfest/-Ritual unbedingt an der CR Pazifikküste sein wollten, weil es dort offensichtlich auch eine große jüdische Gemeinde gab. Wir haben natürlich auch keinen Kinderdiscoumt für Arno bekommen, sondern volle 4 Personen bezahlt á 13$ p.P. (in Summe 52$) für unser leidlich klimatisiertes Zi. mit 2 Einzelbetten und 1 Bunk und Gemeinschaftsdusche/WC. Aber hier ist alles teurer. Wir hatten ja auch schon auf dem Weg von Panama nach Boquete im deutsch geführten 'Hibiscus Garden' kurz vor dem Surferparadies Santa Catalina eine recht beachtliche Zimmerrate von 92$ mit effektiv nur 3 Betten auf engen 6sqm und einer laut röhrenden Aircon, aber immerhin einem eigenen Bad, Küche und offenem Esszimmer.

Sehr offen und auskunftsfreudig, die 7-jährige Lotti,  deren Papa hier alles gebaut hat. Hier sieht man auch recht deutlich - ziemlich viel Strand, wenig Meer.

Unser Esszimmer 




Nach dem Frühstück, es war glaub ich schon Mittag, sind wir an den Strand über die Baustelle nebenan gelaufen (überhaupt wird ringsum viel gebaut) und mussten weit rein laufen, um überhaupt nasse Füße zu bekommen. Irgendwie ist die meiste Zeit hier Ebbe. Auch in Largatero/ Hibiscus Garden haben wir bei unserer Ankunft abends wie auch bei der Abfahrt morgens nur Ebbe gehabt und nix von Surferwellen gesehen. Die Kinder und Fischi sind über die Wellen gesprungen und haben gar nicht bemerkt, wie ihnen die Sonne zusetzt. Ich hatte keine Lust so weit zu laufen und hab mich am Rand aufgehalten, nur meine Beine benetzt und schön mein Strandtuch um meine Schultern gehalten. Gg. 14:30 sind wir zurück zum Hostal und haben und Reis mit Gemüse und dem restlichen Schinken zubereitet. 3 Mädchen aus Deutschland zwischen Abi und Uni haben uns von ihrem work & travel Aufenthalt hier berichtet ( eine Art soziales Jahr im Ausland, für das man sich bewirbt und was nach Steuerrückerstattung bzw. Zuschuss vom dt. Staat nur 1.000€/ Jahr und Nase kostet, incl. Flug und Vollpension in der Gastfamilie). Sie volunteerten in einem Waisenhaus, Schule bzw. Umweltprojekt und haben sich sehr über die legere und völlig unzuverlässige Schule in Panama ausgelassen. Außerdem lernten wir Peter und Markus, ein sehr unterhaltsames Double aus Regensburg kennen. Fischi ist anschließend noch einmal mit den Kindern an den Strand, während ich Wäsche gewaschen habe.

Dienstag sind wir etwas früher los, um in die Bucht hinterm Berg zu kommen. Der Weg dahin wurde uns als 'Geheimtip' verkauft, war aber so breit und ausgefahren, dass wir uns unterwegs (30min) oft fragten, ob es der richtige ist. Heute hatten alle lange Blusen an, um ihren Sonnenbrand zu bedecken. Arno und ich sind ja schon sonnengewöhnt und deshalb nicht so arg betroffen, aber Aimee und Fisch machen den roten Krabben im Sand durchaus Konkurrenz!

Auch hier konnte man meilenweit im schenkeltiefen Wasser laufen, was bei dem vorhandenen leider ziemlich toten Korallenriff durchaus schmerzhaft werden konnte. Wir hatten zum Glück Schorchel und Taucherbrille mit und sind dann in dem seichten Wasser den bunten Fischen hinterher geschwommen. Den Mittag oder frühen Nachmittag haben wir wieder Im Hostal verbracht und 15:30 sind wir mit Peter & Markus nach Cañas gefahren, um auf der vorgelagerten Isla Cañas Schildkröten zu sehen. Der Anleger war menschenleer und wir überlegten, wo wir am kostengünstigsten eine Überfahrt her bekommen. Zum Glück kam gerade ein Bus mit 4 Passagieren und einem engagierten busfahrer an, der einen Bootsführer anrief und wir konnten in die Verhandlung treten. Eigentlich sollte so ein Boot für Hin- und Rückfahrt nicht mehr als 50$ insgesamt kosten, aber der Bootsführer hatte eine andere Kalkulation: er wollte 5$ von jedem für eine Strecke, also 10$ für jeden von uns, die wir auch wieder zurück fuhren. Mit den 4 Businsassen, die anfänglich nur bis zur Insel wollten, wären das 70$ gewesen. Die Jungs wollten nur 30 für uns 6 insgesamt zahlen...  Geeinigt haben wir uns dann bei 40$ für uns 6 allerdings hatten die beiden Franzosen, die schon eine Hostelbuchung auf der Insel hatten, bereits einem Fährpreis von 20$ für sich zugestimmt: also war der Knabe trotzdem mit einem satten Salär von 60$ für eine 15-minütige Fahrt (einfach) dabei! Schlecht verhandelt!!


Drüben sind wir dann an den Hostelhühnern und dem Hostelmonkey vorbei zur anderen Inselseite gelaufen und haben vergeblich die Schildkröten gesucht. Die kommen nämlich erst nach Einbruch der Dunkelheit, zwischen 19-20:00 an Land und Schlüpfende gab es auch grad keine, obwohl die Eier hier auf dem Island konserviert bzw. gesammelt und gesichert werden. Unser Boot ging nach 2h um 18:30 im Sonnenuntergang zurück. Trotzdem war mit Peter und seiner 'kleinen Schwester' sehr lustig, deren Wortgefechte sowohl Aimee, wie auch mich immer ein bisschen an 'Raumschiff Surprise' erinnerten.


Dienstag, 22. Dezember 2015

Familienzusammenführung

Am Sonntagabend um 21:00 Ortszeit kamen Aimee und Fischi endlich an, 1h später als erwartet und nicht mit dem von mir georderten Hoteltaxi. Dafür hat Fischi schon seine erste Preisverhandlung auf spanisch bravourös gemeistert: einen Kleinbus nur für die beiden und 5$ weniger als das Hotel angeboten hat!! Chapeau! Aber nach 20h unterwegs und 30*C vor Ort waren die beiden schon ziemlich durch.

Arno ist nochmal zu Höchstform aufgelaufen und alle (außer Mama) sind nochmal in den Pool gesprungen, bevor wir gg. 23:00 tot ins Bett gefallen sind.


Gestern wollten wir eigentlich den Amador Causeway, abso den Pazifik -Eingang zum Kanal besuchen und die Altstadt, haben aber wegen Regen nur das Biodiversidad Museum und die Brücke der Amerikaner gesehen.

Noch erkennt man den kleinen Farbunterschied zwischen 2 Monate Mittelamerika und mitteleuropäischen Winter.




Das Museo de Biodiversidad vom Stararchitekten Frank Gehry, der auch das Guggenheim in Bilbao gebaut hat.


Lokale Biersorten zum Tagesausklang - das Humboldt ist dunkel und mit Hanf gebraut und das andere keine ahnung.
Gleich holen wir unsern kleinen Kia und fahren an die Küste nach Santa Catalina