Wir fahren gg. 8:00 am Office von aguatrails.com los mit 10 überdrehten Amis und einem in Berlin geborenen Belgier. Die anderen machen diese Tour alle 88/ 90 Tage, um ihr Touristenvisum zu verlängern. Wenn du vor Ablauf der 90-Tage-Frist rüberfährst genügt also ein Tagestrip und die ganze Stempelei, Emigration-Forms um nochmal knapp 3 Monate in cr bleiben zu können. Joan, der Belgier schenkt uns eine gelbe Grenadine, die zur Fam. Der Maracujas gehört und super lecker schmeckt, ich schlürfe die Kerne aus und Arno hebt die Zähne. Juan lebt seit 11 Jahren zwischen hier, USA und???
Nach 15min stoppen wir an einem Fluss, dessen Uferbäume über und über von Iguanen besiedelt sind.
Die Fahrt geht durch gepflegte Ortschaften, Ananas- und Bananenfelder. CR ist rundum erschlossen und für die Zivilisation angelegt. 9:20 sind wir in Los Chiles, 70km nördlich von Fortuna.
Kurz nach 10 legt das Boot ab. Solange der Hafen in Sicht ist, haben wir Schwimmwesten an, dann werden sie ausgezogen. Wendy ist die Entertainerin an Board, die erstmal Musik in ihrem Handy anknipst und ein Limbo getanzt.
10:30 passieren wir den Grenzposten von Nicaragua: Kamera weg, Schwimmwesten wieder an, kurze Bootvisite von 3 Offiziellen in schwarzer bzw. Tarn-Umiform, Passtkontrolle. Am Ufer steht einer mit MG.
10:35 fahren wir weiter flussaufwärts. Der Rio San Juan verläuft jetzt beidseitig in Nicaragua, wo er vorher Grenzfluss zwischen CR und Nic ist.
Die verblichene Inschrift am Hafengebäude fällt nur mir auf "... Sozialista, Solidaria" oder wie Fischi sich erinnerte: "Hände weg von Nicaragua"
Maijory sammelte unsere Pässe ein, ein anderer Officer unsere Zoll-Zettel und O'Gina, die kleine Bierdrossel bandelte gleich mit ihm an. In Nicaragua gab es keinen Kinderpreis, hier musste Arno genauso die 11$ abdocken, wie ich. Costa Rica war da großzügiger, weder Eingang, noch Ausgang musste er bezahlen.
11:28 hatten wir unseren Pass zurück und Maijory begleitete mich zum Bootsanleger nach Solentiname. Heute fährt nix, keine Kundschaft, aber der Tip, dass Silvio da ist und uns mitnehmen könnte. Wir laufen ins
Restaurant ein Stück bergan und da sitzt er und meint, er könne uns für 10$ mitnehmen, um 14:00. Alles klar. Da gerade kein Strom vorhanden ist, was wohl häufiger vorkommt, kriege ich kein Geld an der ATM im Park, aber noch 1 Block höher den Berg gibt es eine Bank mit Notstrom-Aggregat und dort bekomme ich Geld. Leider umgerechnet nur 145$, also um die 130€. Keine Ahnung, wie weit ich damit komme? Wir laufen nochmal runter zum Touristen office und lassen uns bzgl. Weiterreise beraten. Das Horrorszenario, was der Belgier uns aufgewiesen hat, von wegen Bluefield ist völlig unsicher, kann sie entkräften. Es gibt auch nicht wie in CR Touri-Taxis für entsprechend viel Geld, sondern wir müssen wie alle mit den Öffentlichen fahren. Die Preise scheinen sozialistisch zentral kontrolliert und einheitlich und wir kriegen keinen, wo 10$ in ihre Tasche wandern. Das gefällt mir.-
Mittag essen wir für knapp 10€ im Restaurant, wo Silvio saß. Es beginnt zu regnen und Arno pflanzt sich vor den Fernseher - Strom scheint wieder da zu sein.
Als ich das Mädchen im Eisladen frage, wie sie arbeiten kann mit diesen Stromausfällen, zeigt sie mir den Generaotor hinter der Tür, der ihr Eskimo-Eis gefroren hält wenn mal wieder kein Strom da ist.
Wir fahren kurz nach 14:00 los mit Papa, Ernesto, einem franz. Pärchen und einem Kunden, der es sich gleich sauf den Zementsäcken gemütlich macht und die sanftschaukelde Fahrt für ein Nickerchen nutzt.
16:15 erreichen wir die Südliche Landspitze vom Solentiname Archipel. Es begrüßt uns wilder Dschungel, Wiesen mit Kühen und netten Häuschen, Bootsanleger... Auf Maccaront lassen wir 16:25 die Franzosen aus Lion raus. Wir springen 16:32 vom Boot und klettern mit unseren Rucksäcken (eindeutig zu viel Gepäck) den Berg hoch und Quartieren uns bei Esperanza im Hostal Sueños Feliz ein.
Die 3 Batterien speichern den Solarstrom, der tagsüber gewonnen wird. Das erste Mal macht mein mitgebrachter Akku Sinn und ich kann Arno die Bilder, die Jessi uns vom Weihnachtsmarkt geschickt hat.
Die Kirche mit viel primitiver Art der ansässigen Kommune.
Mancarrón hat einen riesigen Spielplatz - den ersten seit Langem!
Na, wer kennt sie noch, die guten Wandzeitungen mit AgiProp
Die lauten Gelbschwänze kennen wir schon von Bocas in Panama, aber hier sehen wir das erste mal ihre Nester.
Enden möchte ich mit einem Poem von Ernesto Cardenal, der die Community- hier in den 60ern gegründet hat - espcial por mi profesora Sabine:
Hier bin ich auch erstmals und ernsthaft wieder in Spanisch gefordert - aprendio!
- http://blog.handelsblatt.com/global-reporting/2011/11/23/die-ddr-lebt-in-nicaragua/.
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